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Warum Standard-Pflanzendünger oft nicht für Cannabispflanzen geeignet sind

  • Writer: Stanislav Mitrokhov
    Stanislav Mitrokhov
  • Feb 16
  • 4 min read


Einleitung

Du gehst ins Gartencenter, siehst einen „Universal Blütendünger" und denkst: „Das sollte für Cannabis funktionieren, oder?" Falsch. Standard-Pflanzendünger funktionieren für Cannabis nicht – und das ist nicht ein bisschen ein Problem, sondern ein fundamentales Problem.


Die Industrie hat Cannabisdünger speziell entwickelt, weil Standard-Produkte einfach nicht passen. Dieser Blog erklärt, warum.



Unterschied 1: NPK-Verhältnisse sind völlig falsch

Was Standard-Dünger anbieten

Ein typischer Gemüsedünger: 10-10-10 oder 5-10-10Ein typischer Blütendünger: 0-20-20 oder 2-7-7


Diese Verhältnisse wurden für Tomaten, Rosen und Paprikas entwickelt. Nicht für Cannabis.



Was Cannabis wirklich braucht

Vegetationsphase:

  • Ideales Verhältnis: 3:1:1 oder 4:2:1 (Stickstoff : Phosphor : Kalium)

  • Warum? Cannabis braucht VIEL Stickstoff für schnelles Blattwachstum und Stammverdickung

  • Ein 3:1:1 Dünger bedeutet z.B. 30% N, 10% P, 10% K


Blütephase (früh):

  • Ideales Verhältnis: 1:3:2

  • Der Fokus wechselt komplett: Weniger Stickstoff (würde Blüten verzögern), viel Phosphor (für Cannabinoid-Biosynthese)


Blütephase (späte):

  • Ideales Verhältnis: 0:3:3

  • Fast kein Stickstoff mehr – nur noch P und K für die Harzbildung



Das Problem mit Standard-Düngern

Standard-Dünger wechseln diese Verhältnisse nicht. Ein Universal-Dünger hat immer die gleiche Mischung. Das führt dazu:

  • In der Veg-Phase: Zu wenig Stickstoff = Schwaches Wachstum

  • In der Blüte: Zu viel Stickstoff = Verzögerte Blütenentwicklung, weniger Harz, schwächere Cannabinoid-Produktion, schlechterer Geschmack


Studien zeigen: Cannabis mit zu viel Stickstoff in der Blüte hat bis zu 69% weniger THCA und CBDA als Pflanzen mit optimalen Stickstoff-Leveln.


Unterschied 2: Mikronährstoffe sind komplett falsch dosiert oder fehlen


Was Standard-Dünger haben

  • Oft nur Fe, Mn, Zn und B

  • Die Dosierungen sind für allgemeine Pflanzen

  • Kupfer, Molybdän, oft gar nicht enthalten


Was Cannabis braucht (besonders in der Blüte)

Cannabis hat extreme Anforderungen an Mikronährstoffe:

  • Magnesium (Mg): Hier ist Standard-Dünger besonders falsch. Cannabis braucht 35 mg/L Magnesium für maximale Cannabinoid- und Terpen-Produktion. Ein generischer Dünger hat oft viel weniger oder hat keine genaue Dosierung. Mg-Mangel führt zu reduzierten THCA, CBDA und Terpenen – also genau das, was du brauchst.

  • Eisen (Fe): Standard-Dünger haben oft Fe, aber nicht im richtigen Verhältnis zu anderen Nährstoffen. Zu viel wird toxisch, zu wenig führt zu Eisenmangel-Chlorose.

  • Phosphor: Das ist kompliziert. Während Phosphor essentiell für Cannabinoid-Biosynthese ist, kann zu viel P zu Lockouts von Calcium, Kupfer, Magnesium und Zink führen. Standard-Dünger berücksichtigen diesen komplizierten Balanceakt nicht.


Die biochemische Realität

Cannabis-Blüten sind Cannabinoid-Fabriken. Die Biosynthese von THC und CBD verläuft über komplexe Wege (MEP-Pathway und Polyketid-Pathway), die an mehreren Stellen Phosphor und andere Mikronährstoffe benötigen.


Ein Standard-Dünger mit durchschnittlichen Mikro-Dosierungen kann diese Anforderungen nicht erfüllen. Das Resultat: Die Pflanze kann nicht ihr volles Cannabinoid-Potenzial ausschöpfen.



Unterschied 3: Kein Verständnis für Nährstoff-Antagonismen


Was sind Antagonismen?

Ein Nährstoff blockiert einen anderen. Zum Beispiel:

  • Zu viel Phosphor blockiert die Aufnahme von Calcium, Kupfer, Eisen, Magnesium und Zink

  • Zu viel Kalium blockiert Magnesium und Calcium

  • Falscher Stickstoff-Form (zu viel Ammonium statt Nitrat) reduziert Cannabinoid-Produktion um bis zu 69%


Standard-Dünger werden formuliert, ohne diese Cannabis-spezifischen Interaktionen zu verstehen. Ein guter Cannabis-Dünger muss bewusst die Ionen-Balance halten, um diese Blockaden zu vermeiden.


Unterschied 4: Synthetische vs. Organische – und die Terpene

Hier wird es interessant:


Synthetischer Standard-Dünger

  • Vorteile: Schnelle Nährstoffaufnahme, dichtere Buds, höherer Ertrag

  • Nachteil: Terpene leiden. Synthetisch angebaute Cannabis hat oft weniger Aroma und Geschmack als organisch angebaut.


Organischer Dünger (besonders Cannabis-spezifische Produkte)

  • Vorteile:

    • Unterstützt Bodenleben und Mykorrhiza-Pilze (die die Nährstoffaufnahme verbessern)

    • Pflanzen nehmen nur die Nährstoffe auf, die sie brauchen (natürliche Selbstregulation)

    • Terpene werden aktiv gefördert – organisch angebaute Cannabis riecht und schmeckt intensiver

  • Nachteil: Langsamere Verfügbarkeit, weniger Kontrolle für Anfänger


Standard-Dünger – egal ob synthetisch oder organisch – sind nicht optimiert für diese Unterschiede. Ein Cannabis-spezifischer organischer Dünger unterstützt Terpene aktiv. Ein Standard-Bio-Dünger tut das nicht.


Unterschied 5: Keine Phase-spezifische Formulierung

Das ist das KO-Kriterium.


Ein Cannabis-Dünger-Set besteht aus mindestens zwei Produkten:

  • Vegetations-Dünger (höherer N-Anteil)

  • Blüte-Dünger (niedriger N, höherer P und K)


Standard-Dünger? Oft nur ein Produkt für „alles". Das funktioniert für Cannabis nicht.


Unterschied 6: Bodenmikroben und Mykorrhiza werden ignoriert

Das ist der unsichtbare Unterschied.


Was passiert mit Standard-Dünger?

Synthetische Standard-Dünger töten Bodenmikroben ab. Das führt dazu:

  • Mykorrhiza-Pilze (die die Phosphor-Aufnahme um bis zu 30% verbessern) verschwinden

  • Nützliche Bakterien, die Nährstoffe verfügbar machen, werden eliminiert

  • Der Boden wird ein „totes Medium"


Was Cannabis-spezifische organische Dünger tun

Sie unterstützen das Bodenleben:

  • Mykorrhiza-Pilze gedeihen

  • Plant Growth-Promoting Rhizobacteria (PGPR) vermehren sich

  • Diese Mikroben können:

    • Die Cannabinoid-Konzentration um bis zu 31% erhöhen (CBD)

    • Die THC-Konzentration um bis zu 37% erhöhen

    • Die Terpene-Produktion signifikant steigern


Ein Standard-Dünger berücksichtigt das nicht. Du bekommst weniger Effektivität, ohne es zu bemerken.


Praktischer Vergleich: Standard-Dünger vs. Cannabis-Dünger

Aspekt

Standard-Dünger

Cannabis-Dünger

NPK Vegetations-Phase

Oft 10-10-10 oder variabel

Optimiert 3:1:1 - 4:2:1

NPK Blüte-Phase

Oft falsch oder ungünstig

Optimiert 1:3:2 bis 0:3:3

Magnesium-Dosierung

Variabel, oft unzureichend

35 mg/L für optimale Cannabinoid-Produktion

Phosphor-Balance

Kann zu Lockouts führen

Ausgewogen, Lockout-Prävention

Terpene-Support

Minimal (besonders synthetisch)

Aktiv unterstützt

Bodenleben-Support

Tötet es ab (synthetisch)

Fördert es (organisch)

pH-Pufferung

Keine spezifische

Cannabis-optimiert


Das Bottom Line

Standard-Pflanzendünger funktionieren für Cannabis, weil sie nicht für Cannabis formuliert wurden. Die Unterschiede sind nicht marginal – sie sind fundamental:

  • Falsche NPK-Verhältnisse reduzieren Cannabinoid-Produktion

  • Falsche Mikro-Dosierungen blockieren Biosynthese-Wege

  • Keine Terpene-Unterstützung reduziert Qualität

  • Bodenleben-Zerstörung senkt Effizienz um 30-40%


Wenn du mit Standard-Dünger wächst, verlierst du potenziellen Ertrag und Qualität, ohne es zu wissen. Mit Cannabis-spezifischen Düngern zahlst du mehr, aber bekommst ein vielfaches an Effizienz und Qualität zurück.


Kaufe keinen generischen Dünger für Cannabis. Es ist nicht Kostenersparnis – es ist Geldverschwendung.

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